Aktualisiert am: 04.09.2022, geschrieben von Marco
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Einen Regal selbst bauen
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Ich hatte mir in einem Online-Möbelhaus ein Regal bestellt und was da geliefert war der absolute Horror. Ich hatte die Faxen dicke. Deshalb zeige ich dir heute wie ich zwei Regale gebaut haben, die von sehr hoher Qualität sind und sehr lange halten werden. Der Stil des Regals wird als "Industrial Design" bezeichnet.

 

Ich habe das Regal so geplant, dass so wenig Werkzeug wie möglich benötigt wird. Ganz ohne geht es aber dann leider noch nicht. Siehe Werkzeugliste. Für alle, die lieber Videos anschauen gibts ein Video. Im folgenden Artikel gibt es aber noch weitere Informationen und auch Nachträge.

 

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Aluminiumprofil als Grundlage für ein Regal

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Fertiges 160 cm Regal
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Regal mit 3D-Drucken von mir
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Die zwei Regale als 3D-Modell
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Kalkulation für die zwei Regale

Ich habe zwei Regale gebaut, eines ist 160 cm hoch und das andere 200 cm. Zuallererst solltest du alle Kanten der Aluprofile mit Schleifpapier entgraten, sonst verkratzen sich die Teile später beim Zusammenbau eventuell. 

Das 3D-Modell kannst du hier kostenlos herunterladen: 3D-Modell herunterladen(Rechtsklick speichern unter).

 

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Gewinde schneiden

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Gewindebohrer
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Gewinde Bohren

Später werden wir das oberste Regalbrett von oben mit M8 Schrauben in die Profile schrauben. Das sorgt dafür, dass wir uns die obersten Verstrebungen einsparen können. Dazu schneiden wir in alle vier langen Seitenteile oben ein M8 Gewinde. Hierfür benötigst du einen M8 Gewindeschneidersatz.

Die Gewinde habe ich in drei Schritten mit den Gewindebohrern und dem Akkubohrer geschnitten. Mit weichem Aluminium klappt das sehr gut. Immer gerade halten und mit Gefühl.

Möglichkeit ohne Gewindebohrer

Wir suchen uns Bolzen oder Schrauben, die genau in das Loch des Profils passen. Das ist dann nicht so stabil, sorgt aber dafür, dass unser oberstes Brett nicht herunterfällt. Wenn wir das so machen, würde ich die Verstrebungen oben allerdings anbringen. Ich empfehle allerdings die 10-20 € für einen Gewindebohrersatz ausgeben.

 

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Zusammenbau des Gestells

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Innenverbinder in Nut 8
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Gegenstück wird aufgesteckt
Festschrauben mit Verlängerung

Um das Gestell zusammenzubauen, nutzen wir sogenannte Innenverbinder. Diese werden in die Nut geschoben und können wie gewünscht positioniert werden. Das zweite Teil wird einfach aufgesteckt und danach werden die beiden Madenschrauben fest angezogen und fertig. Ihr benötigt hier unbedingt eine Verlängerung, am besten eine flexible, da wir mit einem normalen kurzen Inbusschlüssel hier nicht richtig arbeiten können.

 

 

Wie bauen wir jetzt am besten alles sinnvoll zusammen?

  1. Ich empfehle dir zuerst mit der Rückwand anzufangen, alles liegend auf dem Boden.
  2. Wir beginnen unten mit der Bodenstrebe und verschrauben danach die mittleren Streben.
  3. Im nächsten Schritt werden die seitlichen Ablagestreben für die Bretter montiert. Ich habe alles immer mit einem Winkel und einem Zollstock vermessen. Wir können die Brettablagen später, dank der flexiblen Innenwinkel, aber auch noch im Stehen anpassen und feinjustieren. 
  4. Ich empfehle euch den Abstand zwischen zwei Streben auf etwa 34 cm zu planen. Ansonsten habt ihr später nämlich das Problem, dass ihr die Bretter nicht mehr so leicht quer einlegen könnt! Dann müsst ihr sie schon beim Zusammenbauen des Gerüsts einlegen und könnt sie nicht einfach so herausnehmen.
  5. Die Innenwinkel solltest du immer so einschieben, dass sie später nach unten zeigen, weil das einfach schöner aussieht.
  6. Jetzt können wir die beiden langen Außenstangen auflegen. Dabei ist der unterste Innenverbinder im Gegensatz zu den anderen, gedreht.
  7. Zu Zweit ist es einfach die Verbinder in die Seitenstreben einzustecken, ich habe es aber auch alleine geschafft.
  8. Zu guter Letzt werden die letzten Querstreben eingeschoben und auf der entsprechenden Höhe verschraubt.
  9. Das sieht alles doch schon sehr schick aus, unser Gestell.
  10. Aufstellen und inspizieren.

Nochmal in Bildern.

1. Rückseite
3. Querstreben
6. Seitenteile
Verbinder
8. Querstreben einschieben
Justieren im nachhinein

 

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Regalböden

Für die Regalböden habe ich Massivholz aus Buche gewählt, da das nochmal preiswerter ist als Eiche oder Akazie. Gibt es z. B. im Baumarkt und dort habe ich es auch zusägen lassen. Jedes Brett ist 60 cm breit und 40 cm tief. Wir schleifen zuerst die Oberfläche ab und runden die Kanten leicht ab. Damit die Bretter später in das Gestell passen, müssen wir die Ecken aussägen, da sich hier ja die Seitenprofile unseres Gestells befinden.

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Ecken aussägen
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Ecke feilen

Ich habe eine Stichsäge genutzt und anfangs eine Führung (Brett) angelegt. Das war mir aber dann zu nervig und ich habe frei Hand gesägt. Die Gefahr bei einer ungeführten Stichsäge ist, dass es sehr schnell passiert, dass wir nicht gerade sägen. Dabei meine ich nicht von oben gesehen, sondern von der Seite. Als ich die Bretter einlegen wollte, fiel mir auf, dass 90% der Bretter ganz knapp nicht passen. Manche Ecken mussten einfach nochmal mit einer Holzfeile nachgefeilt werden, damit sie richtig passen. Sehen wir es positiv, besser 5 Minuten feilen als 3 mm zu viel ausgesägt.

Damit die Maserung des Holzes besser zur Geltung kommt und das Holz geschützt wird, habe ich alle Bretter mit Hartöl geölt. Das war noch der Rest von meinem Schreibtischbau. Ihr könnt auch jedes andere passende Hartöl nehmen. Je nach Holz und Stil, denn es gibt auch Hartöl mit Färbung. Mein Hartöl war farblos.

Im Bild kannst du deutlich sehen, wie sich das Holz bei diesem Prozess verändert. Öl auftragen und nach ca. 10 Minuten die Reste abwischen, sonst verharzen die Reste nämlich. Den Prozess bei Bedarf zweimal wiederholen, ich hab es nur einmal gemacht.

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Geöltes Holz im Vergleich zu ungeöltem
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Schablone zum Bohren

Das oberste Regalbrett, also der Deckel, benötigt keine Aussparung! Allerdings müssen wir hier in den Ecken Löcher bohren, die haargenau auf das Profil passen, da der Deckel mit M8-Schrauben befestigt wird. Ich habe deshalb mit einem Reststück eine Schablone angefertigt. Dazu wurde das Profil angezeichnet, ausgemessen und das Loch gebohrt. Passt die Schablone dann nicht genau, so wiederholen wir es, bis unsere Schablone perfekt passt. Danach bohren wir die Löcher mithilfe dieser Schablone und sind auf der sicheren Seite. 

Die Schrauben für den Deckel habe ich nicht versenkt, da die einen sehr breiten Kopf haben. Allerdings habe ich die nicht gekauft, sondern früher mal wo ausgebaut und somit 100% recyled. Wenn ihr Schrauben kauft, dann achten auf flache Köpfe, die ihr versenken könnt, falls ihr das schöner findet.

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Deckel verschrauben
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Filzgleiter sind Pflicht!

Zum Schluss, bevor ihr das Regal aufstellt, empfehle ich dir definitiv noch Filzgleiter unten auf das Aluprofil zu kleben. Ansonsten verkratzt ihr den Boden beim Verschieben.

 

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Fazit

Das wars auch schon und die Regale sind fertig. Sie gefallen mir richtig gut und sind genauso geworden, wie ich mir das vorgestellt habe. Das große Regal mit einer Höhe von 2 Metern wackelt in unbeladenem Zustand etwas, steht bei mir aber stabil an der Wand. Regale mit einer solchen Höhe sollten aber an der Wand befestigt werden, vor allem wenn Kinder vorhanden sind. Das Regal mit 160 cm Höhe steht deutlich stabiler. Interessant was 40 cm da ausmachen.

Das war mein zweites Projekt mit Aluprofilen, denn ich habe damit zuvor schon einmal ein Terrarium selbst gebaut und dort auch Aluprofile eingesetzt. Ich habe den Prozess für die Regale möglichst einfach gehalten, damit DU das auch nachmachen kannst. Nur wer anfängt, kann auch etwas lernen, ich glaube an dich, DU kannst das auch. 

 

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Werkzeugliste

Was wir mindestens benötigen! Eine Standbohrmaschine ist z. B. praktisch um Löcher zu bohren, es geht aber auch mit einem Akkuschrauber. Grade bohren, vorher in einem Reststück üben! 

 

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Material

  • Bretter 40 cm tief und 60 lang. Das kann man sich in den Baumärkten zusägen lassen! 40 cm tief gibt es auch Bretter zu kaufen!
  • 30x30 mm Alumniumprofil Nut 8 schwarz eloxiert.
  • Vier Schrauben für das oberste Brett pro Regal
  • Filzgleiter für die Füße 
  • Innenverbinder: 80er pack, habe ich bestellt. Ein paar in Reserve. Rein rechnerisch brauche ich 68 Stück, laut Plan und 3D-Modell.

 

 

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Ideen & Verbesserungen im Nachhinein

Mir sind im Nachhinein noch Verbesserungen eingefallen, von denen ich eine bereits im Prozess umgesetzt habe. Verschrauben wir den Deckel bzw. das oberste Brett, dann können wir uns dort die Verstrebung einsparen und weiter unten positionieren, das ist stabiler.

  • Wer einen Saugroboter hat, der kann die Verstrebungen am Boden auch um die Höhe des Saugroboters anheben und ihn quasi unter dem Regal in der Station parken lassen. Das setze ich eventuell noch um bei mir.
  • Es gibt die Profile in silber und schwarz, wählt also aus, was euch gefällt.
  • Außerdem gibt es die Profile auch mit geschlossenen Seiten. Das sieht je nach Geschmack besser aus, kostet aber deutlich mehr, ca. 50% mehr pro Meter.
  • Anstatt Winkelverbindern könnten auch Automatikverbinder genutzt werden. Diese hatte ich beim Terrarienbau genutzt und diese ziehen das Material wirklich zusammen.
  • Falls ihr die Bretter einmal herausnehmt oder alles zerlegt, dann empfehle ich euch eine Markierung. Am besten an der Seitenkante der Aussparung. Später bauen wir alles genau so wieder zusammen.

Inzwischen habe ich hinter den Regalen Kabel verlegt und dazu Kabelclips auf meinem 3D-Drucker(Ender 3 Test) gedruckt. Perfekt, um die Kabel in den Rillen zu verlegen.

Link auf Thingiverse: https://www.thingiverse.com/thing:3318226

 

 

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