Body

In diesem Artikel werde ich euch einmal genau erklären was die "Seams"-Einstellungen (Z-Seam alignment) Option in Cura macht bzw. was sie beeinflusst. Außerdem gibt es noch ein Video, in dem ich alles mit Beispielen erkläre und euch auch zeige wie ihr den Druck in Cura simulieren könnt. Diese Unebenheiten könnte man auch als Hubbel oder Klumpen bezeichnen, Seams ist aber hier der Fachbegriff.

 

 

Info: Dieses Video/Artikel ist ein Teil der "Auf dem Weg zum perfekten Druck" Reihe. Daraus werde ich in Zukunft einen Zusammenfassungs-Artikel schreiben. Wann der erscheint kann ich noch nicht sagen.

 

Das Modell: Kabelklemme

Kabelklemmen

Als Modell habe ich keinen simplen Würfel oder eine Kugel gewählt, sondern etwas aus der Praxis. Es handelt sich hier um Kabelklemmen, welche ich gedruckt habe um hier etwas im Kabelsalat aufzuräumen. Diese Kabelklemmen habe ich mit drei Einstellungen gedruckt.

  1. Erster Druck: User specified, Back, Smart hiding.
  2. Zweiter Druck: Shortest, Hide seam: Seams am Gelenk, gefranzter Rand.
  3. Dritter Druck: Sharpest corner, Hide seam: Bestes Ergebnis.
Bild
Druck 1
Bild
Druck 2
Bild
Druck 3
Info: Es gibt noch andere Einstellungen die "Hubbel" verursachen können bzw. die Seams reduzieren! Dies behandle ich in diesem Artikel allerdings nicht!

Ich habe, den "Druck 1" mehrfach wiederholt, siehe Video, damit angebliche "Zufälle" ausgeschlossen sind, falls das jemand vermutet.

 

Custom Settings für Druck 1

In Cura befindet sich die Z-Seam Einstellung momentan unter "Shell". Einfach in die Suchbox eingeben.

 

Was bewirken die Einstellungen

In der englischen Dokumentation ist das gut festgehalten: https://support.ultimaker.com/hc/en-us/articles/360012512340-Shell-settings

Ich übersetze diese Doku einmal grob und füge meine Kommentare ein.

 

Z-seam alignment

Diese Einstellung erlaubt festzulegen, wo jeder neue Layer in der Z-Richtung startet und wo der "seam" sich dann befindet. Bei simplen Oberflächen mit gleichen Layern fällt das besonders auf.

Es gibt folgende Optionen:

  • User-specified: Manuelles festlegen der Koordinaten. Absolut ist die Standardeinstellung. Beispiel X 100 und Y 200 wird den "seam" auf die Rückseitenmitte verlegen.
  • Shortest: Der nächste Layer startet dort, wo der letze Layer geendet hat. Das ist der schnellste Vorgang, erzeugt aber auch den sichtbarsten "seam".
  • Random: Random übersetzt bedeutet "Zufall". Hier wird der Startpunkt jedes Layers per Zufall gewählt. Einen Seam gibt es dann nicht direkt, es kann aber sein, dass ihr viele kleine Punkte auf der Oberfläche seht!
  • Sharpest corner: Diese Option verlegt den "Seam" an die schärfste Kante innen oder außen, wenn es eine solche gibt. Das ist die beste Methode den "seam" zu verstecken. Das sieht man auch an meinem Beispiel, denn damit gab es das beste Ergebnis!

 

Seam corner preference

Der Z-Seam wird so gut wie möglich reduziert/versteckt. Bei einigen Modellen kann es aber sein, dass wir zusätzliche Parameter setzen müssen um den Seam sichtbar zu machen, wenn wir dies benötigen! Es gibt solche fälle!

  • None: Der Seam bleibt an der Z-Seam alignment  Position.
  • Hide seam: Der Seam wird so gut wie möglich reduziert/versteckt.
  • Expose seam: Der Seam wird so sichtbar wie möglich gemacht.
  • Hide or expose: Verstecken wenn möglich, wenn nicht anders möglich dann sichtbar.

 

Fazit

Verschiedene Drucke, 1 und 3 sind Druck 1

Das beste Ergebnis wird meistens mit "Sharpest corner" erzielt. Das dauert aber auch länger im Druck. Es kann aber auch Modelle geben wo ihr den Seams sehen wollt, dann wählt ihr entsprechende Optionen. 

 

Drucke

Wenn bei einem Modell trotzdem Seams auftauchen, an Stellen wo sie extrem stören, dann empfehle ich euch die Simulation in Cura. Da seht ihr genau wo der Druckkopf ansetzt und wann er von Layer zu Layer wechselt.  So kann das Problem dann individuell lokalisiert werden und zwar ohne das Modell tausendmal auszudrucken! 

Nehmen wir an ihr habt einen störenden Seam an der Nase einer Figur. Ihr exportiert dann einfach das Modell mit euren EInstellungen und öffnet dann die.gcode Datei wieder in Cura. Jetzt wechselt ihr auf den layer wo ca. der Seam liegt. Dann könnt ihr prüfen ob eine Veränderung der Z-Seam Einstellungen den Druckkopf wieder an der selben Stelle enden lässt oder nicht. Im Video zeige und erkläre ich das nochmal besser.

 

Video

 

 

Ich hoffe dieser Artikel hilft dir weiter und hat dir geholfen die Technik zu verstehen. Viel Spaß beim Drucken.

 

 

Kategorie:
CURA

Comments